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Brisbane Nightclub - Einmal „oben ohne“, bitte!

Nach endlosem Rumgetüdel, was unsere ständigen Flugzettel-Aktionen, sprich das erfolglose Bewerben betraf, wollten wir unser Glück einmal bei dem Job- Club unseres Hostels versuchen.

Geduldig warteten wir in dem Computerbereich, indem ca. 12 PCs standen, auf Stephen* und Sabine*. Misstrauisch betrachteten wir eine vollgepinnte Wand, an der Postkarten von anderen Backpackern hingen, die sich für die tolle Vermittlung bedankten und außerdem fanden wir auch noch jede Menge aktuell angebotener Jobs als „Nanny“ oder „Housekeeping- Personal“.

Klang alles sehr vielversprechend.

Wir waren endlich an der Reihe und bemerkten, dass Stephen ein Australier war und sich Sabine als Deutsche herausstellte. Dies bemerkten wir allerdings auf mehr oder weniger charmante Art und Weise, im Verlaufe des Gesprächs. Klar, wir hätten aufgrund des starken Akzents auch selbst drauf kommen können, dass Sabine definitiv keine Engländerin oder Australierin war, aber gut.

Nach der schnellen Vorstellrunde, erzählte uns Stephen auch schon sofort was für Jobs im Moment zur Verfügung stehen würden. Mit „undercover Beratung“ war zwischen Frauke und mir nun allerdings nicht mehr viel, denn Sabine saß und im Nacken, die alle Lästereien hätte verstehen können. Denn die Jobs die abrufbar waren, stellten sich als „zu kurz“ oder „zu hart“ heraus. Erdbeeren pflücken auf dem Acker, in der prallen Sonne und noch dazu mit der Übernachtungsmöglichkeit in einem Caravan-Parks luden nicht gerade dazu ein, den Job anzunehmen. Vom Babysitten oder Arbeiten in einem Bekleidungsgeschäft war schon lange nicht mehr die Rede, alles drehte sich stattdessen um Jobs, die sich außerhalb befanden und um welche auf körperlich anstrengendem Niveau.

Insgeheim hab ich mich trotzdem irgendwie gefreut, denn mein sehnlichster Wunsch war es zumindest einmal als „Fruit Picker“ zu arbeiten.

Doch was in Deutschland und auch in Australien immer verherrlicht wird, ist in Wahrheit ´knallharte Scheißarbeit`.

Selbst wenn es heißen sollte, dass wir den ganzen Tag in geduckter Haltung auf den Feldern stehen sollten, ich würde das Angebot annehmen, denn ich war nach der ewigen Jobsuche bereit. Fraukes und meine Interessen gingen hierbei jedoch deutlich auseinander.

Wie auch immer, mit dem ´naiven Traum` sich lässig in die Felder zu setzten, frei nach dem Motto- eine Erdbeere in den Mund, zwei in dem Korb hat es sich dann wohl doch ausgeträumt.

Die Informationen über die harte Arbeit auf den Feldern zum Hungerslohn, erhielten wir übrigens nicht etwa von den Mitarbeitern des Job- Clubs, sondern von zwei Mädels aus Köln, die nachts noch in unser Zimmer eingecheckt sind.

Sie warfen sich geradewegs in ihre Betten und schmissen ihre total verdreckten Schuhe in die Ecke. Nach einem Kennen lernen im Schnellverfahren fragte ich gleich neugierig, ob die zwei schon mal gearbeitet hätten hier in Australien, denn sie erzählten uns dass sie zwei Wochen nach uns in Australien angekommen seien.

Stolz erwähnte ich, dass wir schon ganze zwei Stunden als Flyerverteiler gearbeitet haben und darauf erwiderten die zwei, dass sie ganze zwei Tage auf einer Erdbeerfarm gearbeitet hätten unter schlechten Bedingungen. Das Gehalt haben sie nie gesehen und die Arbeit wurde hart überwacht und streng kontrolliert von einer Art Sklaventreiber, der die Backpacker dazu anhielt sich nicht zu unterhalten, schneller zu arbeiten und sich nicht abzustützen, während sie sich täglich mehr als acht Stunden bückten.

Zwei Tage in gebückter Haltung knapp über der Erde rumkriechen und dann abends spät in ein Zimmer kommen, in dem bereits acht andere Leute liegen. Danke, nein.

Na wenigstens waren Frauke und ich nicht die Einzigen, die ab und an mal den Griff ins Klo landeten.

Wir gaben den beiden Mädels den Tipp mit dem Job- Club, aber auch wir waren noch am überlegen, ob wir einen der Jos annehmen würden. In der engeren Auswahl stand bis jetzt ein Job auf einer „plant nursery“, dort hätten wir angeblich die Aufgabe gehabt für junge Pflanzen zu sorgen und das für zwei Wochen, aber dann stünden wir in zwei weiteren Wochen erneut vor dem selben Problem: Kein Job- Kein Einkommen.

Höchste Zeit für ein Käffchen. Als wir uns gerade auf den Weg in die Stadt machen wollten, beziehungsweise schnell noch mal das ´Stile Örtchen` aufsuchten, ergab sich ein Gespräch im Badezimmer, welches vielleicht einen Job nach sich ziehen sollte.

Ein Mädchen die mitbekommen hatte, wie wir uns über die schlechte Arbeitssituation aufregten sprach uns spontan an und fragte ob wir es nicht mal in der „Night –Bar“ versuchen wollten. Sie sagte, sie würde dort auch seit einigen Wochen jobben und gutes Geld verdienen, allerdings auch eine Menge dafür tun, was unter anderem hieß nachts zu arbeiten.

Der kleine aber feine Haken an der Sache war nur, dass es sich bei der Bar um eine Stripp- bar handeln sollte, in der man vorzugsweise oben ohne bedienen sollte. Da wir aber die ganze Zeit sehr interessiert gewirkt haben müssen, verabredeten wir uns mit dem Mädel um fünf in der Stadt.

Nur kurz zur Info: Wir sind selbstverständlich nicht hingegangen und haben versucht ihr aus dem Weg zu gehen, wenn wir sie im Hostel gesehen haben, denn irgendwie hatten wir nicht den Mut zu sagen was wir von der ganzen Sache gehalten haben.

Wir waren zwar verzweifelt, aber noch lange nicht“ billig und willig“.